Begriffserklärungen

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Begriff Definition
   
Abfluss In m3/s und l/s gemessene Wassermenge. Zufluss, Durchfluss, Volumenstrom, Quotient aus dem Wasservolumen, das einen bestimmten Fließquerschnitt durchfließt, und der dazu benötigten Zeit [DIN 4045 Abwassertechnik].
   
Aufkaden Erhöhung der Deichkrone oder eines Deichübergangs bei Überströmungsgefahr.
   
Außenböschung (Wasserseitige Böschung) Die dem Gewässer zugekehrte Böschung; in der Regel durch Rasenansaat, bei direktem Auftreffen der Strömung durch Pflaster, befestigte Deichfläche.
   
Banndeiche Auch Volldeiche genannt (siehe dort). Hochwasserdeiche, die bewohnte Gebiete vor Überflutung schützen sollen.
   
Bemessungshochwasser BHW Ermittelte bzw. festgelegte Abflussmengen des Rheins mit einer ca. 1000-jährlichen Eintrittswahrscheinlichkeit, umgerechnet in Wasserspiegellagen in den vorhandenen Abflussprofilen.

Festsetzung des neuen Bemessungshochwassers im April 2004 durch die Bezirksregierung Düsseldorf. Es ersetzt das bisher geltene BHW von 1977. Im Regelfall wird bei Schutzeinrichtungen auf diese Maßzahl ein Freibord gerechnet (siehe Freibord)

Alle Schutzeinrichtungen am Niederrhein sind bzw. werden darauf ausgerichtet.

 

   
Berme Waagerechter oder schwach geneigter Absatz in der Böschung des Deiches; sie liegt über der durchschnittlichen Geländehöhe und stabilisiert den Deich; sie ist häufig landseitig als befestigter Deichverteidigungsweg ausgebildet.
   
Binnenböschung (Landseitige Böschung) Die dem Lande zugekehrte Böschungsseite.
   
Binnendeich (auch Polder) Unterteilt das eingedeichte Gebiet (Polder), um Schäden bei Überflutung oder Deichbrüchen einzugrenzen.
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Das Rheindeich-Regelprofil

 

rheindeich regelprofil
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Deichbresche Die nach einem Deichbruch zurückbleibende Deichlücke.
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Deichbruch Teilweise oder völlige Zerstörung des Deiches durch hydrodynamische oder hydrostatische Belastungen, z. B. Kronenbruch, Deichgrundbruch.
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Deichfuß Der sich örtlich abzeichnende Übergang zwischen dem nahezu ebenen Vorland oder Hinterland und der Deichböschung.
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Deichhinterland Dem Deich landseitig vorgelagerte Fläche.
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Deichkrone (kurz Krone) Obere waagerechte, schwach gewölbte oder schwach zur Wasserseite geneigte Fläche des Deiches.
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Deichlager Die vom wasserseitigen bis zum landseitigen Deichfuß reichende Grundfläche des aufgeschütteten Deichkörpers.
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Deichschadensarten

1) Sickerwasseraustritt mit Erdstoffaustrag aus der luftseitigen Böschung infolge innerer Erosion; Gefahr des Böschungsbruchs bzw. des Erosionsbruchs.

2) Flächenhafter Sickerwasseraustritt (Strömungsdruck) an der luftseitigen Böschung mit nachfolgendem Böschungsbruch.

3) Schnell fallender Wasserspiegel, verbunden mit hohem Porenwasserüberdruck bzw. Strömungsdruck in der wasserseitigen Böschung mit nachfolgendem Böschungsbruch.

4) Anheben der Auelehmschicht durch hohen Wasserdruck hinter dem Deich; Gefahr eines hydraulischen Grundbruchs.

5) Suffosion und Erosion: - Sandquellen- hinter dem Deich; Gefahr eines hydraulischen Grundbruchs.

6) Baue und Gänge von Nagetieren und Insektenfressern (Wühltiere); beschädigte Grasnarbe begünstigt Erosion der Böschung, Gänge beschleunigen Durchnässung und innere Erosion.

7) Erosion der wasserseitigen Böschung durch Strömung, Wellen, Eisschollen, Eisstau; Deichbruchgefahr.

8) Erosion der luftseitigen Böschung durch überschlagende Wellen / überströmendes Wasser.

 

Deichschadensarten
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Deichscharte Durch Tore oder Dammbalken verschließbare Öffnung im Deich, zur Durchführung eines Weges oder zum Ein- oder Auslassen von Hochwasser.
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Deichschulter Übergangsbereich von der Deichkrone zur Deichböschung.
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Deichschutzzone

Festgelegter Bereich gemäß Deichschutzverordnung (§ 2). Siehe diese im Kapitel Gesetzliche Bestimmungen - Deichschutzverordnung .

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Deichseitengraben An der Landseite des Deiches angeordneter Graben zur Ableitung des durch den Deich bzw. Deichuntergrund sickernden Wassers.
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Deichverteidigungsweg Weg am landseitigen Deichfuß oder auf landseitiger Berme, der auch für schwere Fahrzeuge befahrbar ist und dem sicheren und schnellen Transport bei der Deichverteidigung und Unterhaltung dient; die Deichkrone darf nur im Ausnahmefall zur Anlage eines solchen Weges genutzt werden.
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Deichvorland Dem Deich wasserseitig vorgelagerte Fläche bis zum Fließgewässer.
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Einkaden Kadung an der Binnenseite eines Deic es  - am Deichfuß beginnend - zum Einschließen von durchsickerndem Wasser, damit sich sammelndes Wasser hydraulisch einen Gegendruck erzeugt.
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Eisgang Bewegung des Eises an der Oberfläche fließender Gewässer in Form mehr oder weniger großer Eisschollen.
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Entwässerungspumpe Pumpe zur Trockenhaltung grundwasser- und überflutungsgefährdeter Hof- und Kellerräume sowie zur Entwässerung von Gruben und tief liegenden Straßenunterführungen. Die Pumpen werden vorwiegend automatisch geschaltet.
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Erbentag Wird auch Ausschuss genannt und wird von der aus allen Verbandsmitgliedern gewählten Mitgliederversammlung gewählt. Laut Satzung des Deichverbandes erfolgt die Wahl für 5 Jahre.
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Erosion Alle Vorgänge, die auf der Erdoberfläche durch in Bewegung befindliche Medien (Wasser, Eis, Wind) zu Massenverlagerungen von Böden, Lockergesteinen und Festgesteinen führen; die innere Erosion findet in größeren, meist röhrenförmigen Hohlräumen im Inneren eines Erdkörpers statt, die oft bereits vor Beginn der inneren Erosion durch pflanzliche oder tierische Einwirkungen (Wurzelgänge, Wühltiergänge) oder durch Auswaschung und Erweiterung eines Porenkanals (Suffosion) entstanden sind. Hiervon betroffen sind insbesondere auch die Deiche.
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Fließgewässer ständig oder zeitweise fließendes oberirdisches Gewässer, Sammelbegriff für Bach, Fluss, Strom usw.
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Fließmenge Geschwindigkeit (Durchschnitt) mit der sich das Wasser in seinem Bett bewegt. Ist zudem der Querschnitt des Gewässers bekannt, ist die Fließgeschwindigkeit ein Wert zur Berechnung der transportierten Wassermenge (z. B. des Vorfluters).
Die Messung kann auf verschiedene Weise erfolgen (z. B. Hydrometrischer Flügel, Stangenflügel etc.).
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Flussdeiche Flussdeiche sind Dämme aus Erdbaustoffen zum Schutz des Hinterlandes gegen Hochwasser an Fließgewässern.
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Flutmulde Entlastungsgerinne, das zur Hochwasserabführung herangezogen und in der Regel als Grünland genutzt wird.
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Flutungspolder Eingedeichte, meist als Grünland genutzte Flächen, die nur bei Eintreten eines kritischen Wasserstandes zur Entlastung der Hauptdeiche oder zum Schutz von am Unterwasser liegenden hochwassergefährdeten Gebieten planmäßig geflutet werden.
Die planmäßig gesteuerte Flutung erfolgt über eingebaute Deichscharten, Wehre oder örtliche Deichschlitzungen. Zum Schutz gegen Oberflutung eingedeichte Niederung [DIN 4047-2: 1988-11].
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Formelzeichen Q Im Allgemeinen wird der Abfluss des Wassers in Kubikmeter pro Sekunde (m3/s) angegeben oder in Litern, bei kleineren Gewässern. Rechenformel: Wassermenge (Q) m3/s = Fläche (A) m2 x Fließgeschwindigkeit (v) m/s. (siehe auch Gewässerkundliche Hauptzahlen)
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Freibord Festgelegter vertikaler Abstand zwischen der Deichkrone und dem Bemessungshochwasserstand; seine Größe ist abhängig von der Bedeutung des Deiches, der Wasserstandshöhe über Gelände und der Windwirklänge, die wiederum die Wellenhöhe und den Wellenlauf bestimmt.
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Gefälle Der senkrechte Höhenunterschied zweier Punkte, bezogen auf deren in waagerechter Richtung gemessene Entfernung (hier z. B. Gefälle des Rheins vom Messpunkt Köln bis Dormagen).
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Geländebruch Großflächiges Versagen der Standsicherheit von Bauwerken und umgebendem Erdreich an Hängen und Böschungen. Es treten meist deutlich sichtbare Gleitflächen auf (hier z. B. an Deichen).
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Gewässerkundliche Hauptzahlen Aus den kontinuierlichen Messungen von Wasserstand (W) und Abfluss (Q) (siehe Formelzeichen Q) wird eine Reihe von Hauptwerten abgeleitet, die für die Wasserwirtschaft wichtig sind:

NNW, NNQ

niedrigstes Tagesmittel aller Jahre

NW, NQ

niedrigstes Tagesmittel eines Jahres

MNW, MNQ

Mittel der NW, NQ aller Jahre

MW, MQ

Mittel eines oder aller Jahre

MHW, MHQ

Mittel der HW, HQ aller Jahre

HW, HQ

höchster Wert eines Jahres

HHW, HHQ

höchster Wert aller Jahre

Kurzfristige und aktuelle Abflussmessungen zu beliebigen Zeitpunkten sind in der Regel nicht möglich. Daher werden an wichtigen Orten 'Pegelmessstellen' eingerichtet. Hier wird mit komplizierten vermessungstechnischen Verfahren der Abfluss bei unterschiedlichen Wasserständen (Pegelständen) ermittelt und in einer Tabelle, der so genannten 'Pegel-Abflusstafel', aufgelistet. So kann zu jedem Zeitpunkt über das einfache Ablesen des Pegelstandes (Wasserstand in cm oder m) der Wert für den Abfluss aus der Tabelle entnommen werden. Im Gegensatz zum Pegelstand, der eine willkürliche Messzahl darstellt und keinen direkten Vergleich mit anderen Orten zulässt, können die Abflusswerte von unterschiedlichen Pegelmessstellen miteinander verglichen werden, da sie ja die tatsächlichen vorbeiströmenden Wassermengen angeben.

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Grundbruch Unter hydraulischem Grundbruch wird der Aufbruch eines Deichkörpers bei überwiegend aufsteigender Grundwasserströmung verstanden, wenn das Eigengewicht des unter Auftrieb stehenden Erdkörpers zuzüglich der Reibungs- und Kohäsionskräfte kleiner als die Grundwasserströmungskraft wird.
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Grundeis Eis, das sich an der Sohle oder unter Wasser an den Böschungen eines Gewässers gebildet hat, kann extremes Aufstauen des Gewässers bewirken.
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Grundstück Abgegrenzter Teil der Erdoberfläche, der im Grundbuch als selbstständiges Grundstück eingetragen ist (hier die Grundstücke der Mitglieder des Deichverbandes).
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Hauptdeich Erddamm zum Schutz von Siedlungs- und Niederungsgebieten gegen große und seltene Hochwasser, regional auch als Bann- Winter- oder Volldeich bezeichnet.
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Heimrat Mitglied der Deichverwaltung bzw. des Deichamtes.
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Hochwasserabflussfläche Flächen mit fließendem Wasser während eines Hochwassers und mit einer höchstens geringfügigen Speicherwirkung und Durchflussverzögerung.
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Hochwassergefährdetes Gebiet Gebiete bzw. Flächen, die nach historischen und hydrologischen Erkenntnissen bei Hochwasser überschwemmt oder durchflossen werden.
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Hochwassermarke I Diese Marke liegt bei einem Pegelstand von 6,20 Meter. Sie bedeutet Einschränkungen der Schifffahrt: Die Schiffe dürfen nur noch mit verminderter Geschwindigkeit und im mittleren Stromdrittel fahren, um Uferbeschädigungen zu vermeiden.
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Hochwassermarke II Die Marke liegt bei 8,30 Meter. Die Schifffahrt muss vollständig eingestellt werden.
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Hochwasserrückhaltefläche Zeitweilig stehende Gewässerflächen oder Flächen mit erheblicher Durchflussverzögerung während eines Hochwassers infolge der Speicherwirkung natürlicher Gegebenheiten oder künstlicher Maßnahmen (siehe Monheimer Rückhaltebecken).
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Jahrhunderthochwasser "Jahrhunderthochwasser - und gar "Jahrtausendschwemme" sind in den Medien gebräuchliche Begriffe. Als Jahrhunderthochwasser hat man früher ein statistisch einmal in 100 Jahren vorkommendes Hochwasser definiert ("Hundertjährigkeit"), ein Jahrtausendhochwasser sollte alle 1000 Jahre kommen. Man spricht auch von einem "100 -jährigen Abfluss".
Es ist also die Bezeichnung für ein Extremhochwasser. Wird heute fast inflationär verwendet. Die Jahrhunderthochwasser in den Jahren 1926, 1993 und 1995 übertrafen die Marke von 10 m K. P.
Der Hochwasserstand lag bei 10,63 m bis 10,69 m K. P. Der höchste jemals registrierte Wasserstand des Rheins lag bei 13,55 m K. P. im Jahre 1784 - wohl fast ein Jahrtausendhochwasser.
Das letzte Hochwasser in Köln ist mit einem Höchststand von 9,71 m K. P. auf Januar 2003 datiert.

 

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Kolk Örtlich begrenzte, durch Strömungsvorgänge hervorgerufene, Vertiefung im Gewässerbett und an der Böschung.
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Kölner Pegel (K.P.) Da es in Dormagen keinen eigenen Messpunkt für den Rhein-Pegelstand gibt, orientiiert sich der Verband grundsätzlich am oberen - flussaufwärts - stehendem Pegelstands-Messer. In diesem Fall ist das der Kölner Pegel. Der Grund für diese Bindung an den Kölner Pegel ist die Tatsache, dass die zu erwartende Welle natürlich vom flussaufwärts liegenden Messpunkt abgeleitet werden muss.
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Kronenhöhe Die Kronenhöhe der Deiche basiert im Wesentlichen auf der Wahl des Bemessungshochwassers als Ereignis mit bestimmter Eintrittswahrscheinlichkeit (Wiederkehr in einer bestimmten Zeitspanne) bezogen auf einen bestimmtem Wasserstand. Sie errechnet sich aus dem Hochwasserstand und dem sog. Freibord (zusätzliche Höhe für Windstau des Wassers, Wellenauflauf auf der Böschung, ggf. Einfluss von Eisstau und einem Sicherheitszuschlag). Beim Neubau kommt ein zusätzlicher Zuschlag für die Setzung von Untergrund und Deichkörper hinzu.
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Lattenpegel In einem Gewässer als Pegel fest eingebaute Messlatte.
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Mitglieder Früher auch Interessenten genannt, sind die Personen, deren Haus- und Grundbesitz im Schutz der Deichanlagen liegt. Ihre Mitgliedschaft ist per Gesetz geregelt (siehe auch Wasserverbandsgesetz).
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Negative Wasserstände / Niedrigwasser Die Pegelanpassung wurde 1979 vorgenommen, um negative Wasserstände, also Wasserstände unter der Nullmarke zu vermeiden. So entspricht zum Beispiel der heutige Pegelstand von plus 80cm damals einem Wasserstand von minus 20cm.
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Notdeich Flussdeich, der als akute Hochwasserverteidigungsmaßnahme errichtet wird.
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Nullpunkt des Pegels 34,98 Meter über dem Meeresspiegel (Normalnull/NN). Pegelstand - Null - bedeutet nicht, dass der Rhein kein Wasser mehr führt. Der Pegel wurde so definiert, dass beim Pegelstand - Null - in einer Fahrrinne von mindestens 150 Meter Breite noch mindestens ein Meter Wassertiefe gewährleistet ist.

Diese Festlegung gilt seit dem 01. November 1979. Vorher lag die Nullmarke des Kölner Pegels einen Meter höher. Das heißt, dass bei einem Hochwasser (nach heutigem Pegel) von beispielsweise neun Meter der Pegel vor 1979 nur acht Meter anzeigte.

 

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Pegelstand Der jeweils aktuelle, offiziell festgestellte Pegelstand. Einige markante Pegelstände (K. P.):

Pegelstand

 

Fließmenge

10,69 Meter

Höchstes Hochwasser dieses Jahrhunderts

11.000 m³/ s

10,00 Meter

Hochwasserschutz Altstadt, Rodenkirchen

9.700 m³/ s

8,30 Meter

Hochwassermarke II

7.200 m³/ s

6,20 Meter

Hochwassermarke I

4.700m³/ s

3,48 Meter

Normalwasserstand

2.000 m³/ s

0,80 Meter

niedrigster Wasserstand

630 m³/ s

 

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Polder Nennt man die Bereiche, die durch Hochwasserschutz überflutungsfrei gehalten werden.
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Qualmdeich (auch Quelldeich) Relativ kleiner Erdbaudamm, der landseitig etwa parallel zum Deich errichtet wird und am Hauptdeich anschließt; er hindert das durch den Deichkörper bzw. durch den Untergrundströmende Sickerwasser am Abfließen und bewirkt damit einen Gegendruck; er trägt erheblich zur Erhöhung der Standsicherheit des Hauptdeiches bei.
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Qualmwasser Zeitversetzter Grundwasseranstieg infolge Hochwassers.

Große Sorgen bereitet den Deichschützern auch das Qualmwasser. Wie in den meisten Flusstälern, so besteht auch in der Rheinaue unter der Oberfläche eine bindige Deckschicht, der so genannte Auelehm. Darunter stehen stärker durchlässige Sedimente aus Sand und Kies an.

Die Deckschicht (Auelehm) wird vom Flussprofil "Rhein" und von "Rhein-Altarmen" durchschnitten, dadurch kommt es zu einer Verbindung zwischen Fluss- und Deichhinterland mit hydraulischer Wirkung. Da hier im Deichhinterland die Auelehmschicht zum Teil nur noch von geringer Stärke ist bzw. von vielen Fehlstellen (z.B. Bracks infolge früherer Deichbrüche) durchbrochen wird, kommt es zum Austritt von Qualmwasser.

Das Qualmwasser kann unmittelbar binnendeichs, bei länger anhaltenden Hochwässern auch in weiterer Entfernung vom Deich zutage treten und zu starken Vernässungen bis hin zu Überschwemmungen führen.

So bleibt bei der Berechnung des Qualmwassers zu berücksichtigen, dass schon bei anhaltenden mittleren Wasserständen des Rheins der Grundwasserstand unter der bindigen Deckschicht verläuft. Hierbei liegt bereits ein teilgesättigtes System vor. Bevor der Wasserstand im Deichhinterland also steigen kann, muss sich der ungesättigte Bereich erst auffüllen.

Dieses erklärt auch, dass vielerorts das Qualmwasser erst sichtbar wird, wenn der Wasserstand des Rheins bereits wieder fällt. Bei Hochwasser kann sich in dem zuvor beschriebenen durchlässigen Untergrund eine Druckhöhe des Wassers einstellen, die über die Geländeoberfläche
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Regelprofil Für die Rheindeiche in Nordrhein-Westfalen gilt heute das so genannte "Regelprofil"  (siehe "Das Rheindeich-Regelprofil" oben). Es repräsentiert den Stand der Hochwasserschutz-Technik. Für die Höhe des Deiches gilt ‚Bemessungshochwasser’ (1) plus ein Meter – dort verläuft die Deichkrone (2), die eine Breite von mindestens fünf Metern hat.

Landeinwärts schließt sich der Deichverteidigungsweg (3) an, der auch mit schweren Lkw befahrbar ist. Nicht mehr sichtbar sind die Lehmdichtung (4), die das Einsickern von Wasser in den Deich erschwert, sowie die Flächenfilter mit Auflastberme (5).

Während im Untergrund stark wasserdurchlässiger Sand und Kies (6) vorherrschen, ist die natürliche Auelehmschicht (7) nur noch sehr gering wasserdurchlässig. Auf ihr ruht als Stützelement der Deichkern (8) aus sandigem und kiesigem Material. Mutterboden und Grasnarbe (9, die so genannte "Belebtzone") haben die Aufgabe, die Lehmdichtung (4) sowie den Kern zu schützen.

Ein Deich ist also keineswegs nur ein zusammen geschobener Erdwall, sondern ein genau durchkonstruiertes Bauwerk, das nur in seiner Gesamtheit den gewünschten Schutz bietet.

Und jede Verletzung dieses Körpers schwächt die gesamte Konstruktion, reduziert die fast berechenbare Sicherheit und Verlässlichkeit ganz erheblich.
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Regenabfluss Abfluss von Regenwasser bei vorgegebener Regenspende (Modellregen oder tatsächlich auftretender Regen) [DIN 4045 Abwassertechnik].
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Rheinstromkilometrierung Sie beginnt mit dem Stromkilometer Null an der Rheinbrücke in Konstanz und endet mit seinem Hauptmündungsarm bei Km 1032,8 unterhalb von Hoek van Holland an der Nordsee.

Der Rhein erreicht Köln bei etwa Rheinstromkilometer 671 (Godorf) und verlässt Köln bei Rheinstromkilometer 711 (Worringen).

Das Verbandsgebiet Dormagen beginnt bei Km 711,25 und endet bei Km726,8 (linkes Rheinufer).
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Ringdeich Flussdeich, der das zu schützende Gelände allseitig umgibt [DIN 4047-2: 1988-11].
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Rückstaudeich Flussdeich, der Nebengewässer vom Deich des Hauptgewässers aus so weit begleitet, wie der Rückstaueinfluss des Bemessungshochwassers von dort reicht.
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Rückhalteräume Rückhalteräume sind Flutpolder, die gezielt geflutet werden, um den Wasserstand im Fluss bei Hochwasser absenken zu können. In der Regel handelt es sich um einst natürliche Rückhalteräume, die nun wieder künstlich geflutet werden sollen.
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Schardeich Deich ohne Vorland, dessen Böschung unmittelbar in die Uferböschung übergeht.
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Schreibpegel Der Wasserstand wird mechanisch oder elektrisch oder pneumatisch auf die Schreibgeräte übertragen.
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Sickerwasser Wasser, dass durch einen Deich, seinen Untergrund oder auf beiden Wegen in die Niederung eindringt (wird auch als Qualmwasser) bezeichnet.
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Siel (Deichschleuse) Bauwerk zum Durchführen eines Wasserlaufes durch einen Deich mit einer wasserseitigen Verschlussvorrichtung; örtlich auch Deichschleuse genannt.
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Sommerdeich Deich, der in der Regel landwirtschaftlich genutzte Flächen gegen kleine und mittlere, aber entsprechend häufige, Hochwasser schützt und zeitweise überströmt werden kann.
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Teilschutzdeiche Teilschutzdeiche sind im Vergleich zu Volldeichen an gleicher Stelle niedriger und schützen landwirtschaftliche Flächen gegen kleinere und mittlere, aber entsprechend häufigere Hochwässer (z. B. Sommerdeiche, Flügeldeiche).
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Überflutung Eine Überflutung des Grund und Bodens liegt dann vor, wenn das Versicherungsgrundstück unter Wasser gesetzt wird oder Wasser darüber hinweg fließt. Weder ist eine bestimmte Wasserstandshöhe noch eine vollständige Überflutung des Versicherungsgrundstücks erforderlich, wenn dies nicht in den vereinbarten Bedingungen entsprechend geregelt ist.

In bestimmten Bedingungen wird eine Überschwemmung mit einer Ansammlung erheblicher Wassermengen auf Geländeoberflächen als unmittelbarer Folge von außergewöhnlichem Hochwasser, Deichbruch, außergewöhnlichen Niederschlägen oder außergewöhnlicher Schneeschmelze, definiert.

Ein Versicherungsfall durch Überschwemmung ist nach diesen Bedingungen nur unter den genannten besonderen Voraussetzungen gegeben, die von der jeweiligen Versicherung näher definiert sind.
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Überschwemmung Von einer Überschwemmung wird gesprochen, wenn eine Überflutung des Grund und Bodens, auf dem das versicherte Gebäude liegt bzw. auf dem das Gebäude liegt, in dem sich die versicherten Sachen befinden, vorliegt. Die Überflutung muss aufgrund der Ausuferung von oberirdischen (stehenden oder fließenden) Gewässern oder aufgrund von Witterungsniederschlägen eingetreten sein. Bei der Definition einer Überschwemmung durch oberirdische Gewässer kann auf die umfangreiche Rechtsprechung und Literatur zum Ausschluss von Schäden durch Überschwemmungen durch stehende und fließende Gewässer in der Haftpflichtversicherung nach § 4 Abs. 1, 5 AHB verwiesen werden.
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Überschwemmungsgebiet (WHG § 32) Gebiete zwischen oberirdischen Gewässern und Deichen oder Hochufern sowie sonstige Gebiete, die bei einem maßgebenden Hochwasser (Bemessungshochwasser) überschwemmt oder durchflossen oder für die Hochwasserentlastung oder Rückhaltung beansprucht werden. Sie dienen dem schadlosen Abfluss von Hochwasser. Sie sind von Bebauung generell frei zu halten.
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Uferwand Bauwerk zur Befestigung eines senkrechten oder nahezu senkrechten Ufers (z. B. Spundwand, Pfahlwand, Bohlwand, massive Konstruktion).
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Volldeiche Regional- auch Hochwasserdeiche, Banndeiche, Hauptdeiche oder Winterdeiche genannt, sind gegen große und seltene Hochwasser bemessen. Sie schützen Wohnsiedlungen, gewerbliche Anlagen, Verkehrswege und landwirtschaftlich genutzte Flächen vor Überschwemmungen.